R–100G

R–100G

2018, 3D-Animation, 4:48 min / Fineliner-Plots, 80 ✕ 121 cm / Inkjet-Print, ca. 40 ✕ 55 cm
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Die Freiheit datenarmer Zustände

Die Freiheit datenarmer Zustände

Paul Schwaderer – ein ZuschlagSchritt für Schritt und Übersprung Ich möchte Ihnen die Artefakte, die sich in diesem Büchlein drehen, nicht erklären. Könnte ich Ihnen das Hantieren von Paul Schwaderer mit diversen Gegenständen sprachlich vorführen, dann müssten Sie nicht hinschauen. Vielleicht sollte ich Ihnen die unsichtbaren Bezüge zwischen den Teilen seines Werks darlegen, denn ich entdeckte Nachbarschaften – ein Gegenüber, dem es nicht egal ist, was mit wem, wer mit was im Raum sich bewegt. Nicht nur bloße Gegenstände werden in eine sogenannte Schale geworfen, überraschende Verhältnisse, ein Klang eröffnet ein Spiel. Auch in diesen Konstellationen verstecken sich unüberschaubare Verbindungen, die ich nicht alle verfolgen kann – ich passe. Nehmen wir also an, es ist ein Spiel – der Anfang ist nicht auszumachen. Regeln werden regelmäßig neu erfunden. Paul Schwaderer…
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Irritationen am Firmament

Irritationen am Firmament

Erleben wir einen Sonnenuntergang, dann erleben wir eigentlich zweierlei. Wir erleben den Sonnenuntergang, wie ihn Menschen seit Jahrtausenden erleben. Die Sonne taucht am Horizont ab, und – Gott sei Dank – taucht sie zuverlässig am nächsten Morgen wieder am anderen Ende auf. Und wir sehen, dass wir uns täuschen. Denn wie wir wissen, verschwindet die Sonne nicht. Und es grenzt auch an kein Wunder, dass sie so zuverlässig wieder auftaucht. Sie bewegt sich ja kaum. Es ist die Erde die sich um sie bewegt. Und es sind wir Menschen, die – Kraft der Einbildung – die Sonne unter den Horizont schieben und sie wieder auftauchen lassen.Wir bewegen uns also tagtäglich in einem unzureichend bestimmten Zwischenraum zwischen Wirklichkeitserfahrung und Wirklichkeitsmodell. Und leider fehlen verlässliche Vermessungspunkte. Die Verfahren, durch die wir versuchen,…
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Ode

Ode

Und die Dinge? Die Dinge taten das, was sie immer tun. Sie betrachteten die Welt von den Regalen aus, von den Fächern, Tischplatten, Fenstersimsen, und machten sich nichts aus unseren Angelegenheiten. Sie waren auf keiner Seite. Geduldig begaben sie sich in unsere Hände. Sie passten wie angegossen, oder sie entglitten unseren Fingern und fielen mit einem Schrei zu Boden. Erst dann im Blitzen des berstenden Porzellans, im Tönen des Silbers, im Klirren des Glases weckten sie uns aus dem Schlaf. Denn in Wirklichkeit waren sie unsichtbar. (Stefan Chwin: Tod in Danzig, 1999) 2013, Video-Loop, 20:00 min
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Sehen und Verstehen sind eigentümliche Verwandte

Sehen und Verstehen sind eigentümliche Verwandte

Jemand hat diese Arbeit einmal als „Pauls Welt“ bezeichnet. Und – ehrlich gesagt – eine wirklich treffendere Bezeichnung habe auch ich bisher auch nicht dafür gefunden. Und nun soll ich selbst diese Arbeit in gute Worte fassen, und das ist schwer. Dabei sollte es doch im Grunde immer möglich sein – das ist eine These – alles in nur einem Satz zusammen zu fassen. Denn wenn es einem nicht gelingt, den Kern einer Sache in einigen wenigen Worten zu fassen zu bekommen, dann muss man damit rechnen, dass er womöglich einfach nicht da ist. Ich will es aber versuchen. Jemand kommt also, und erklärt: „Ich zweifele an meinem Werkzeug“ Und jetzt wo man weiß: Er zweifelt an seinem Werkzeug, kann man versuchen zu klären: Mit einem Werkzeug ist sicher kein…
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Erinnerung – als Titel Vermessen

Erinnerung – als Titel Vermessen

Hore (antike Jahreszeitenallegorie) als schwebende Gestalt auf schwarzem Grund, kolorierter Umrissstich nach pompejanischem Wandgemälde in originaler Rahmung, um 1800. Eine ausgedehnte Pause. Sie betrachteten das hübsche Bild längst nicht mehr. Die kleine schwebende Figur löste sich langsam auf, ohne einen aufmerksamen Betrachter bot die rosige linke Wange dem kalten Gewand keinen Widerstand mehr. Der gefrorene Atem fiel als Nebel zu Boden. Das kleine Bild scheint inzwischen vollkommen entleert. Was bleibt ist spiegelndes Schwarz. Solche Allegorien waren natürlich tatsächlich ein beliebtes Sujet der wohlhabenden und wohlwissenden Gesellschaften dieser Zeit.Na klar. Man wusste um ihre Bedeutung und machte sich dieses Wissen zur Zier.Wissen also als so etwas wie ein dekoratives Moment? Wissen als Währung?Als Modeaccessoire sicher stark inflationär. Das heißt ja, dass die geschichtlichen Gewissheiten tatsächlich flüchtig sind? Wie Rauch oder wie…
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